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Alex Oberholzer
Filmkritiker




Ich kam behindert auf die Welt und erkrankte einjährig auch noch an Kinderlähmung. Meine ersten zehn Lebensjahre verbrachte ich deshalb in der Rehabilitationsklinik des Kinderspitals Zürich in Affoltern am Albis. Mein Bettnachbar Hans wurde mein Freund. Obwohl er heute in New York lebt, haben wir noch immer guten Kontakt.

Ich studierte Mathematik, arbeitete ein paar Jahre in der Computerbranche, ging nochmals an die Uni und studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Publizistik.

Heute arbeite ich 70% als Film- und Fernsehkritiker bei Radio 24, schreibe für "Heute" und habe eine Kinosendung auf Star TV.

Als Kind und Jugendlicher hatte ich grosse Mühe, meinen Körper zu akzeptieren. Erst die Tatsache, dass sich Frauen in mich verliebten, hat es mir ermöglicht, meinen Körper anzunehmen. Heute bin ich verheiratet mit Barbara. Wir haben zusammen drei Kinder, dazu habe ich noch eines aus erster Ehe.

Über die Liebe der Frauen habe ich meinen Körper auch lieben gelernt.

Zum gemeinsamen Haushalt kann ich wenig beitragen. Was ich aber tun kann, ist Geld erarbeiten, um die sechsköpfige Familie zu ernähren. Natürlich mute ich mir zeitweise zuviel zu. Dann meldet sich der Körper. Aber Schmerz ist subjektiv. Solange ich ihn aushalte, verdränge ich ihn. Ich liebe meinen Beruf als Filmkritiker, aber die vielen Treppen in den Kinos machen mir Angst für die Zukunft. Was die Zugänglichkeit von öffentlichen Räumen anbelangt, ist die Schweiz ein Entwicklungsland.

Von meinem Job träumen viele. Ich geniesse ihn und gehe jeden Tag gerne zur Arbeit.

Natürlich freue ich mich über die Anerkennung, die mir im Beruf entgegengebracht wird. Privat geniesse ich meine Familie über alles. Mit zunehmendem Alter spüre ich meine Behinderung immer mehr, aber darauf kann ich im Moment keine Rücksicht nehmen.

Ein Behinderter wird permanent hinuntergezogen von der Schwerkraft und oft auch von den Erlebnissen, die er macht.

Ich bin permanent daran, mein Gleichgewicht im eigenen Körper und in der Gesellschaft zu finden.

Meine Suche nach dieser Balance macht mich zum Seiltänzer.

alex.oberholzer@smile.ch